2010
05.13
Die letzte Etappe unserer Reise führte uns mitten in die Wüste nach Wadi Rum. An der jordanischen Grenze wehte ein ziemlich starker Wind, der bei der Hitze sehr angenehm kühlte, im weiteren Verlauf unserer Fahrt erwies er sich jedoch als ausgewachsener Sandsturm, der die Sicht sehr stark einschränkte. Zum Glück stand an jeder Kreuzung ein Polizeiauto, dessen Insassen uns allen freundlich zuwinkten und die Richtung zeigten. Da wir offiziell Gäste des Königs sind, hatte die Polizei an diesem Tag die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass wir uns in Jordanien nicht verfahren…
50 km vor der eigentlichen Straße winkte uns dann die Polizei in die Wüste und schickte uns mitten in den Sandsturm. Wir mussten uns 35 km querfeldein auf unbefestigten Sandpisten durch die Wüste kämpfen, alles in einem extrem hohen Tempo, um nicht im tiefen Sand stecken zu bleiben. Dabei kamen wir ständig an anderen Teams vorbei, die feststeckten, manche konnten sich mit gemeinsamen Kräften aus dem Sand befreien, andere verbrachten die Nacht in der Wüste. Wir hatten Glück, dass wir nicht die ersten waren und so schon vor einigen schwierigen Stellen vorgewarnt wurden. Trotzdem fuhren wir uns einmal fest, konnten uns aber selbst befreien.
Die Wüstendurchquerung kostete einige Teams mindestens ein Fahrzeug. Gebrochene Achsen, defekte Getriebe, aufgerissene Ölwannen… Wir kamen mit eineinhalb abgerissenen Stoßstangen und einem verlorenen Nebelscheinwerfer echt billig davon.
Die Nacht verbrachten wir in einem Camp mit Beduinenzelten.
Am nächsten Tag stand dann das Wüstenrennen auf dem Programm. Beim Aufwärmen zog sich das Fahrzeug von Felix und Paul zwei Plattfüße zu. Ein anderes Fahrzeug legte sich elegant auf die Seite.
Leider fiel dann während des Rennens bei Felix und Paul zeitweise das Getriebe aus, so dass Patrick den Wagen von hinten anschieben musste und den Schubverbund auf 120 km/h beschleunigte, so dass wir letztendlich doch noch ganz gut durchs Ziel kamen.































Katja
Category Allgemein |
2010
05.12
Zusaetzlich zu Katjas Reisebericht moechte ich ein paar Erlebnisse unserer Reise hinzufuegen. Da die Internetverfuegbarkeit ohne Laptop nach Istanbul erheblich nachliess, muss viel nachgeholt werden (ich bitte Tippfehler zu entschuldigen, da die Tastatur nicht nur halb-arabisch ist, sondern auchg unglaublich verklebt). Nach dem kleinen Wettkampf in Istanbul (wie das OK das mit der Polizei geklert hat will ich gar nicht wissen) haben wir uns wie schon bekannt auf den Weg in die Zentraltuerkei gemacht. Gleich beim ersten Tankstop war das Erstaunen meiner Mitfahrer gross, als sie die Preise einer minderwertigen Supermarktmelone sahen. Meine zehn Kilo Melone war ein echtes Schnaeppchen dagegen und meine mir aberkannte Verhandlungsehre war wieder intakt. Mit einem Ohrwurm von Ali Baba im Ohr (http://www.youtube.com/watch?v=79KjGFz8sY0&feature=related) ging es dann zur Unterkunft an den Salzsee. Die Landschaft die wir am naechsten Tag durchfuhren war Wanhnsinn. Erst die Ebene mit dem Salzsee (rotes! Wasser mit weissem Salzstrand) und im Hintergrund schneebedeckte Berge, dann durch die Auslaeufer der anatolischen Gebige zur syrischen Grenze. Abends gab es in einem kleinen Doenerladen in der Grenzstadt Kilis ein wahrhaft bombastisches Menue. Dabei wollten wir nur ein Lamacun pro Person. Der gute Mann muss verstanden haben, dass alle sechs eine Portion fuer sechs haben wollten. Eine Nachbestellung eines Ayran ergab ein Ayran pro Person. Und obwohl wir alle laut intervenieren wollten, schaffte Tobi das gleiche nochmal mit einer Teebestellung.
Der eigentliche Grenzuebertritt war ein Erlebnis fuer sich, den ich als Alleinreisender nicht so lustig gefunden haette. Dadurch, dass 100 weitere Teams zur gleichen Zeit die Grenzer bedraengt haben, wars aber doch eher unterhaltsam. Ziemlich bitter ist, mit welcher Penetranz und Unverfrorenheit immer wieder auf Schmiergeld gepresst wird. Wir haben die Versuche einfach ignoriert und sind auch durchgekommen.
Die naechste Station Palmyra hat uns nur wenig gefallen. Die historische Staette ist faszinierend, die Menschen jedoch unglaublich anstrengend. Vollkommen touristenverseucht kreiseln sobald man die Strasse betritt ein Rudel von Maennern und Kindern wie die Geier um einen rum und versuchen etwas zu verkaufen. Auch hier mit unangenehmster Penetranz. Flo, einer vom OK, hat erzaelt, dass er im Jahr zuvor bruellend hinter einem hinterher ist, nachdem die Rotte angefangen hatte an ihm herumzuzerren. Genau der Gleiche war dieses Jahr wieder da, diesmal aber mit respektvollem Abstand vor Flo. Will dir Niemand etwas verkaufen, will man ein Geschenk. Der Hang des Arabers zum Handel wird vollkommen uebertrieben und mehr oder weniger eingefordert. Ein Junge meinte einfach “Give me your shoes! I want your shoes!” und das immer wieder waehrend ich das Auto eingeraeumt habe. Ich meinte daraufhin er solle mir doch im Gegenzug sein Motorrad schenken, worauf er sofort einging. Das war mir dann aber doch zu dubios und wir waren alle etwas erleichtert, Palmyra hinter uns lassen zu koennen.
Die Freude am Handel wird vielerorts auch dazu verwendet mit oder ohne Ausrede unsinnige Summen zu verlangen. Wollte der Eine eine spezielle Steuer auf seiner Limonade wissen (nicht aber fuer das Bier?!), so meinte ein Tankstellenwart umgerechnete fuenf Euro Gebuehr fuer schlechten Service und Sprit, sowie den Verscuch auf die Rechnung des Vordermanns draufzutanken.
Damaskus war dagegen eine Wohltat. In unserem Syrienpaket war auch ein Hamam-Besuch inklusive. So einen Hamam kann man sich wie einen Spa fuer Maenner in altem Gemaeuer vorstellen. Soweit ich weiss, konnten Frauen in einem Frauen-Hamam nebenan entspannen. Nachdem wir am ersten Abend schon in einem wunderschoenen Restaurant mit syrischer Tanzeinlage speisen konnten, haben wir am zweiten Abend ein noch schoeneres, guenstigeres gefunden – In einem bergruenten Innenhof, mit Dachterasase, gutem Essen und Brunnen in der Mitte. Uebrigens gibt es auch in Damaskus unzaehlige Klamottenlkaeden, die mit dem Kleidungsstil der hiesigen Damenwelt nicht vereinbar zu sein scheint.
Der naechste Tag hat uns dann endlcih in unser Zielland gebracht – Jordanien. Die Erlebnisse hier folgen aber spaeter von Katja und/oder mir, weil ich mich jetzt nochmal an den Strand legen will, solange die Sonne noch da ist.
Paul – aus Aquaba
PS: Wer wusste, das Syrien zur EU gehoert?

























Category Allgemein |
2010
05.12
Palmyra ist eine uralte Stadt. Leider hatten wir nicht genug Zeit, uns die beeindruckenden Ruinen richtig anzuschauen, weil wir Damascus zeitig erreichen wollten. Damascus gefällt mir richtig gut. Die Stadt ist sehr lebendig und hat eine tolle Altstadt und einen riesigen Bazar mit unzähligen verwinkelten Gassen, die teilweise sogar überdacht sind. Dort gibt es verhältnismäßig wenig Touristen obwohl 75% aller Fahrzeuge, die ich gesehen habe, Taxen waren. Der Verkehr ist extrem chaotisch, die Autos fahren kreuz und quer und vermeiden es, anzuhalten. Wer als Fußgänger die Straßen überqueren will, muss verdammt aufpassen. Ampeln gibt es kaum und Zebrastreifen werden nicht beachtet. So passierte, was passieren musste – ein Taxi fuhr mich an, mein Arm verfing sich in dem offenen Fenster des Wagens, der keine Spur langsamer wurde, und ich hatte alle Mühe, mich zu befreien. Zum Glück ist außer ein paar Kratzern, einer Schwellung und einem blauen Fleck kaum was zu sehen…
























Katja
Category Allgemein |